Die Ereignisse der letzten Zeit:
30. November 2004
Der Landkreis Verden erlässt ein Wohn- und Nutzungsverbot für den Heisenhof und schließt eine aufschiebende Wirkung durch Widerspruch aus.
2. Dezember 2004
Klage von Rieger gegen die Verfügungen des Landkreises beim Verwaltungsgericht in Stade.
10. Dezember 2004
Rieger stellt einen Bauantrag für die Gebäude des Heisenhofes. Zum ersten Mal wird deutlich geschrieben, dass hier ein internationales Bildungszentrum für Rechtsradikale mit etwa 200 Schlafmöglichkeiten entstehen soll.
1. Januar 2005
Über 100 Neonazis begrüßen das neue Jahr mit Leuchtmunition und dem Absingen ihrer traditionellen (zum Teil auch verbotenen) Lieder
18. Januar 2005
Das Verwaltungsgericht in Stade lehnt Riegers Antrag auf die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs gegen das Wohn- und Nutzungsverbot des Heisenhofes ab. Das bedeutet, dass er keine weiteren Personen auf den Heisenhof zuziehen lassen darf. Wenn er dem nicht nachkommt, muss er für jeden Fall der Nichtbefolgung ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro zahlen.
Leider hat das Verwaltungsgericht wegen eines Formfehlers den Klagen der Bewohner gegen den unverzüglichen Auszug stattgegeben. Die Anordnung des sofortigen Vollzugs des Nutzungsverbotes gegen die Bewohner wurde aufgehoben. Jedoch kann in diesem Fall noch nachgebessert werden, indem der Landkreis allen vermeintlich dort wohnenden Personen nachträglich die Verbotsverfügung zustellt. Ist dies geschehen, tritt für alle Personen der Sofortvollzug wieder in Kraft. Innerhalb von 10 Tagen müssten alle ausziehen. Ziehen die Bewohner nun nicht freiwillig innerhalb dieser Frist aus, kann der Landkreis gegen jeden ein Zwangsgeld in Höhe von 3.000 Euro festsetzen.
Aber ganz so einfach wie es sich anhört ist es nicht, denn es wurden neben den Klagen auch Widersprüche eingereicht. Die muss der Landkreis bearbeiten. Und auch dagegen können Herr Rieger und alle betroffenen Bewohner wieder klagen....
30. Januar 2005
2000 Menschen kommen zum 2. Dörverdener Sonntagsspaziergang gegen Rechtsextremismus und für Demokratie und Toleranz. Das Gedenken an den Holocaust anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sowie der Zwangsarbeiter bei der EIBIA vor Ort steht im Vordergrund der Veranstaltung. Redebeiträge und Musikauswahl des "Posaunenchores Dörverden" und der Gruppe "Trio Caligari" appellieren an das Geschichtsbewusstsein, denn die Opfer des NS-Regimes ermahnen, die Neonazis nicht zu unterschätzen.
2. Februar 2005
Riegers Klage gegen die IVG, sie solle den Beton aus dem alten Abwassersystem wieder entfernen, wird vom Landgericht Verden abgewiesen. Somit muss Herr Rieger seine Bemühungen um eine eigene Abwasserlösung auf seinem Gelände vorantreiben.
7. Februar 2005
Gespräch mit dem Jugendpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag mit Vertretern des Bündnisses. Es werden Möglichkeiten der Unterstützung des Widerstandes in Dörverden besprochen.
03. März 2005
Jan Hus, Geschichtsrevisionist und Senior des Heisenhof-Umfelds, erliegt einem Krebsleiden. Bei seiner Beerdigung sind ca. 100 Alt- und Jungnazis anwesend, darunter auch Jürgen Rieger.
April 2005
Der "Aktionstag gegen Rechtsextremismus" ist keine zwei Wochen her, da kehrt in Verden wieder der Alltag ein und die "Heisenhofler" erscheinen wieder in der Fußgängerzone. Unter dem Protest von Schülergruppen präsentiert sich - von der Polizei geschützt - die NPD Rotenburg/Verden.
09. Mai 2005
Das Amtsgericht Rotenburg/Wümme hat Jürgen Rieger wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. Rieger hatte einem Journalisten gedroht: "Wenn der Heisenhof brennt, dann brennst du auch. Ich werde dich auf einen Grill legen und langsam durchbraten." Es war nicht die erste dokumentierte Morddrohung Riegers gegen einen Medienvertreter. Derselbe Journalist wurde im Dezember 2004 von einem ehemaligen Bewohner des Heisenhofs mit dem Auto angefahren. Der Prozeß steht noch aus. Polizei, Politik und Teile der Presse versuchen, die Drohungen und das Attentat als "Angriff auf einen politischen Gegner" darzustellen.
13. Mai 2005
Die Rechtsextremisten um Jürgen Rieger müssen den Heisenhof verlassen. Eine entsprechende Räumungsanordnung des Landkreises hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg bestätigt. In mehreren Beschlüssen des OVG heißt es, für eine Nutzung fehle eine erforderliche Baugenehmigung.
Dezember 2005
Wegen eines Artikels im von ihm herausgegebenen "Reichsboten" wird Rigolf Hennig zu einer Haftstrafe von 9 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Dem Gericht zufolge stelle der Artikel eine schwere Verunglimpfung des deutschen Staates dar.
02. März 2006
Matthias Schulz und Daniel Fürstenberg verlegen ihre Meldeadresse in die Gemeinde Dörverden-Westen. Sie wollen für den Gemeinderat sowie für den Kreistag antreten.